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Feri: „Euro mit Luft nach oben“

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Zur momentanen Schwäche des US-Dollars tragen laut Angermann auch die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) und die US-amerikanische Fiskalpolitik bei. Die Fed habe innerhalb weniger Monate ihre Bilanz um knapp drei Billionen US-Dollar ausgeweitet. „Das amerikanische Haushaltsdefizit liegt in diesem Jahr auf jeden Fall bei mehr als 15 Prozent des BIP. Dieses Defizit könnte sogar über 20 Prozent des BIP steigen, sollten weitere fiskalische Hilfen für notleidende Haushalte folgen. Angesichts des gigantischen staatlichen Schuldenbergs erscheint es immer wahrscheinlicher, dass die Fed die Zinsen auf Dauer sehr niedrig hält, um die langfristige Finanzierung dieser Schulden abzusichern. All dies ist geeignet, die Rolle der USA als unangefochtener wirtschaftlicher Führungsmacht in der Welt und insbesondere die Rolle des Dollars als Reservewährung kritischer als bisher zu sehen, und genau dies tun die Investoren an den Devisenmärkten. Dass es nach wie vor kaum Alternativen zum Dollar gibt, setzt dem Abwertungspotenzial der amerikanischen Währung vorerst Grenzen und wird einen unkontrollierten Absturz verhindern“, so Angermann.

Begünstigt werde die aktuelle Euro-Aufwertung auch durch die Einigung der EU auf ein europäisches Aufbauprogramm. Insgesamt erscheine allzu große Euphorie angesichts der Eurostärke aber nicht angebracht, denn eine schnelle und deutliche Aufwertung des Euros verschlechtere die preisliche Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen im Ausland. Ausgerechnet jetzt, da die Folgen des Lockdowns aus dem ersten Halbjahr allmählich überwunden werden, seien währungsbedingte Belastungen und daraus resultierende Einbußen im Export eher nicht willkommen.

„Der fundamental gerechtfertigte Wechselkurs des Dollars zum Euro auf Basis von Kaufkraftparitäten liegt etwa bei 1,29 USD/EUR. Eine weitere Aufwertung des Euros bis zu diesem Niveau wäre also noch keine Übertreibung und erscheint angesichts der Tatsache, dass sich Wechselkursveränderungen häufig schnell und abrupt vollziehen, als realistisches Szenario. Unterbrochen oder umgekehrt würde dieser Trend dann, wenn es zu einer weiteren Verschlechterung der Pandemielage mit neuen signifikanten Beschränkungen des Wirtschaftslebens käme: Dann wäre aller Voraussicht nach der Dollar wieder als Rückzugswährung für unsichere Zeiten gefragt“, so die Prognose des Chef-Volkswirtes von Feri. (DFPA/TH1)

Quelle: Marktkommentar Feri

Die 1987 gegründete Feri-Gruppe mit Sitz in Bad Homburg ist in den Geschäftsfeldern Vermögensberatung und -verwaltung sowie Wirtschaftsforschung tätig. Seit 2006 gehört die Unternehmensgruppe zum MLP-Konzern. Derzeit betreut Feri zusammen mit MLP ein Vermögen von rund 39,2 Milliarden Euro, darunter 8,5 Milliarden Euro Alternative Investments.

www.feri.de

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